Problematischer Champion - Fokker D. VIII (E.)

 

Nur wenigen Luftfahrzeug-Konstruktionen kann nachgesagt werden, dass die Umstände sich gegen sie verschworen haben, und dass die Grunde ihres relativen Misserfolges  falsche Performance und nicht konservatives Design war. Die eleganten Fokker Flugzeuge mussten aber oft mit diesen Dingen kämpfen. Die Performance der legendären Fokker D. VII war sehr gut, aber die  Probleme in der Produktion und der daraus resultierende Mangel an Zeit, bescherte dem Konstrukteur einen nicht so guten Ruf der Zuverlässigkeit seiner Flugzeuge.

 

Dutch Pilot war der Konstrukteur und Anthony Fokker der Unternehmer. Der Name Anthony Fokkers wurde während des Ersten Weltkriegs  fast gleichbedeutend mit den deutschen kaiserlichen Kämpfer Waffen genannt. So scheint der kommende Misserfolg schon fast ungewöhnlich zu sein. Das erste Flugzeug erbaut Fokker 1890 auf der holländischen Insel Java. Mit dem Ausbruch des Krieges konnte er, berühmt geworden als "Flying Dutchman", die ersten Aufträge entgegen nehmen. Seine erster wirklich grandioser  Erfolg war der zerbrechlich wirkende Eindecker Fokker E. I - E. III. Der  Metallrahmen des Rumpfes war jener Zeit nur wenig verbreitet. Die Restliche Konstruktion war auf der Höhe der Zeit. Viele Probleme bereitete das synchronisieren des Maschinengewehrs. Es musste so eingestellt werden dass die Kampfpiloten nicht ihren eigenen Propeller zerstörten. Eine einfache mechanische Synchronisation machte dann die Fokker zur tödlichen Waffe. Im Moment, als die Alliierten auf die gleiche Lösung kamen waren die  Fokker-Eindecker plötzlich obsolet. Fokker hatte ein gutes Gespür in der Wirtschaft, verlor aber Marktanteile. Sein Designer und Konstrukteur Reinhold Platz war der wohl beste seiner Zeit. Geschweißte dünnwandige Rohre für den Rumpf waren technologisch anspruchsvoll ( in Großbritannien als ungetestet nicht empfohlen) und die freitragende Teile der Flügel, waren aerodynamisch revolutionär. Aber der  Fokker Betrieb war in der Lage, diese Konstruktion zur bauen.  Paradoxerweise wurde dann bei der berühmten Fokker Dr. I. ein Rückschritt zum Dreidecker vollzogen. Das war der berühmte rote Baron (Freiherr) von Richthoffen.  Damit kehrte Fokker zurück zum Erfolg. Durch die Festigkeit der Konstruktion war keine Verspannung notwendig.Mit dem Dreidecker konnten die Piloten, im Gegensatz zur filigranen Albatros, Sturzflüge aus ein paar hundert Metern wagen.  Trotz seines Ruhms hatte der  Dr. I Dreidecker keine Zukunft. Mit einem schwachen Motor fehlte Geschwindigkeit und damit auch Agilität. Genießen und zu 100 % beherrschen konnten den Dreideckiger nur überdurchschnittliche Piloten. Und wenn der Gegner erfahrener waren hieß das fast immer das Ende des Dreideckers und auch für den Piloten. Fokker wollte einen universelles Flugzeug bauen. Bei den Ausschreibungen für neue Kampfflugzeuge schickte Fokker mehrere Prototypen, die nachweislich sehr Perfekt waren. Der Doppeldecker Fokker D. VII, eingeführt im April 1918, war das schnellste Flugzeug des Krieges, und sicherlich auch das vielseitigste. Es gab aber auch viele Flugzeuge, die damit vergleichbar waren (zB Pfalz)! Es schien, dass das Team  um Fokker Erfolg hatte mit der Fokker D. VII und sich damit  begnügte.  Neue Herausforderungen, aber fehlten. Die D. VII war mit einem flüssig gekühlten, ziemlich schweren Mercedes-Motor ausgerüstet. Die Frage war, ob nicht eine massive Steigerung der Leistung mit einem Motor von der DR I möglich war. Ein leichter, luftgekühlter Wankelmotor. Es sollte angemerkt werden, dass zu diesem Zeitpunkt der Ruhm für  Wankelmotoren nicht hoch war und sogar das Rizinusöl war knapp, dass zur Schmierung verwendet wurde. es war nicht die Idee mit großer Zukunft. Der Konstrukteur fand aber die Idee hervorragend. Es wurde ein Eindecker für geringen Luftwiderstand ausgewählt.  Der Flügel war über dem Kopf des Piloten platziert um eine gute Sicht  zu gewährleisten. Die Konstruktion wurde sehr effizient und einfach gestaltet. Es wurde sogar die strukturell am wenigsten anspruchsvolle Konstruktion aller deutschen Flugzeuge in dieser Kategorie. Der Motor hatte eine Maximalleistung von bis zu 160 PS, aber schließlich wurde er für den Dauereinsatz auf 110 PS gedrosselt, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten. Trotzdem wurde die Maschine in Serie gebaut unter dem Namen Fokker EV.  Auf die elegante Maschine wartet eine gute Zukunft, eine Bessere als die der DV II. Die Probleme liessen aber nicht lange auf sich warten.  Die Qualität der Produktion war nicht immer gleichbleibend, aber das war bei anderen Herstellern nicht anders.  Viele Bilder aus den Werkshallen zeigen, dass  Mitarbeiter bei Festigkeitstest auf den Flügel standen,  aber die Realität der ersten Erfahrungen des Feldes brachte schwere Enttäuschungen. Einige Flügel brachen schon nach den ersten errungenen Luftsiegen im Flug! Immer wiederkehrende technische Mängel reduzierten den Erfolg des Modells fast auf Null. Viele vorgeschriebene Inspektionsverfahren und Intervalle wurden nicht eingehalten, das rächte sich besonders an der anspruchsvollen Zelle.

Die D. VIII machte den Eindruck, dass sie nichts mit seinen Vorgängern gemeinsam hat, sondern sie wollte den Ruf Fokkers wieder  verbessern. Aber es war zu spät. Das Land war nach dem Krieg sehr erschöpft, und sogar die neue Fokker D.VII wurde  durch die  Siemens-Schuckert  D. West III ersetzt, sogar mit einem schwächeren Motor. Die Fokker D. VIII hatte bereits die deutschen rehabilitiert. Da die Konstruktion mit zu  erwarteten 289 Stück  (mehr im Gegensatz zur D. VII) hatte der erfolgreiche Eindecker eine große Zukunft. Mit einigen Maschinen wurde in der polnischen Luftwaffe für das Ende des ersten Weltkriegs gegen die bolschewistische Invasion gekämpft. Aber das waren nicht Fokker EV – D.VIII. Eine Reihe von Ländern, darunter die sehr technisch versierte Tschechoslowakei,  mussten sehr lange warten, bis sie die geänderten Maschinen bekamen. Für die meisten Länder  dauerte es mehr als zehn Jahre.